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Insel Rügen - Deutschlands größte Insel

Findlinge - Die steinernen Zeugen Rügens      

Geröll am Hochufer - Lohme - Halbinsel Jasmund  Auf der Ostseeinsel Rügen gibt es besonders viele große Findlinge auf engem Raum. Im Laufe der vergangenen 500000 Jahre, während der  Eiszeiten, schoben sich mehrmals riesige Eismassen aus den Norden Europas, insbesondere aus Skandinavien in südlichere Gebiete. Im Eis eingeschlossen brachte diese Eismassen riesige Mengen an Material mit sich. Nach dem Abtauen blieb diesen dann vor Ort liegen. Viele Findlinge sind dann durch Erosion, wie  Sonne, Wind und Meer freigelegt worden und heute an den Stränden der Steilküsten anzutreffen. Durch die Bestimmung der Zusammensetzung der einzelnen Findlinge lässt sich relativ eindeutig deren Herkunft zuordnen. Es stellte sich heraus, dass ein großer Teil  der Findlinge von der Ostseeinsel Bornholm, sowie Südschweden stammen und  die Hauptvorschubrichtung der Eismassen während der Eiszeit demzufolge über diese Insel verlaufen sein muss.

Schon bevor es genauere  Erkenntnisse über die geologische Epoche der Eiszeit gab, beschäftigten sich die Menschen intensiv mit der Entstehung ihrer Findlinge, welches sich auch in den vielen Sagen und Mythen widerspiegelt. In der Jungsteinzeit errichteten die Menschen aus Findlingen Großsteingräber, die auch auf Rügen vielerorts zu finden sind. Bis in das 19. Jahrhundert wurden zahlreiche der großen Findlinge als „natürlicher Steinbruch“ benutzt, um aus ihnen Baumaterial für Denkmäler z. B. 1854 die Preußensäulen bei Neukamp und Groß Stresow oder für den Ernst-Moritz-Arndt-Turm auf dem Rugard, Pflastersteine zur Straßenbefestigung, Mühlsteine und für die vielen Natursteinfundamente der inseltypischen Häuser  zu gewinnen. Hierzu wurden gezielt Löcher in diese massiven Steine gebohrt und durch die natürliche "Sprengkraft" des gefrierenden Wassers in der Winterzeit grob zerteilt, damit sie leichter transportiert werden konnten. Heute sind die  Findlinge geschützte und erhaltenswerte Bodendenkmäler.

Findling am "Gelben Ufer" Halbinsel Zudar

 

Rang Geotopname Volumen/(oberirdisch) Masse Geotop G2 Ort
1. Findling Buskam 600 m³ (206 m³) 1600 t 83 Göhren (Nordstrand/östlich), 300 m vom Ufer entfernt
2. Findling Nardevitz 104 m³ (71 m³) 281 t 75 400 m nördlich von Nardevitz
3. Findling Blandow 65 m³ (54,5 m³) 175 t 81 von Blandow (Bushaltestelle) aus Weg zum Strand und von dort ca. 200 m östlich im Wasser
4. Findling Siebenschneiderstein 61 m³ (32,5 m³) 165 t 68 am Gellort, 1 km nordwestlich vom Kap Arkona
5. Findling Schwanenstein 60 m³ (54 m³) 162 t 73 100 m östlich des Hafens von Lohme im Wasser
6. Findling Uskam (Klein Helgoland) 41 m³ (40,5 m³) 110 t 66 nördlich des Sassnitzer Kurplatzes, Entfernung  vom Ufer ca.15m
7. Findling Jastor 34 m³ (32,5 m³) 91 t 537 an der Zufahrt zum neuen Fährhafen Sassnitz
8. Findling Opferstein von Quoltitz 27 m³ (14,5 m³) 73 t 72 1 km nordöstlich der Wüstung Quoltitz vor dem NSG links unter Bäumen
9. Findling Jasmund 27 m³ (21 m³) 73 t 82 NP Jasmund, am Strand zwischen Kollicker Ort und Kollicker Bach
10. Findling Insel Ummanz (Möwenstein) 27 m³ (13,5 m³) 73 t 91 bei Tankow auf Ummanz direkt hinter dem Deich im  Vogelschutzgebiet Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
  Findling Halbinsel Zudar am Gelben Ufer 14 m³ (13,5 m³)   85 Halbinsel Zudar, südlichstes Rügen, am Gelben Ufer über Feldwege von aus Grabow zu erreichen

Die in Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich geschützten Geotope sind beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in einem Kataster zusammengefasst. Sie sind mit der Signatur „G2“ und einer Nummer eindeutig gekennzeichnet.

 

 Findlinge auf Rügen

Findling: "Möwenstein"  Findling: "Schwanenstein"  Findling: "Gelbes Ufer - Halbinsel Zudar "

 


 

 

 

 

 

 

Schwanenstein bei Lohme / Halbinsel JasmundDer Schwanenstein befindet sich im Nordosten  der Insel Rügen in unmittelbarer Nähe des Ortens Lohme, östlich des Seglerhafens und ist wohl einer der größten Findlinge der Insel Rügen. Besonders schön anzusehen ist es, wenn dieser in rauer See bronzefarben schimmernd in der Sonne glänzt.  Er wurde 1829 erstmals erwähnt und ist zu 90% sichtbar.

Eine Sage beschreibt die Entstehung des Namens folgendermaßen: Auf Rügen werden die Babys vom Adebar oder vom Schwan gebracht. Es versteht sich von selbst, das es im Sommer der Adebar und im Winter der Schwan ist, der die Babys bringt. Bis zum Zeitpunkt der "Auslieferung" sind die Kinder im Stein versteckt. Soweit die Sage.

Mit diesen Geschiebeblöcken sind oft wahre und nicht immer erfreuliche Geschichten verbunden. Am 13. Februar 1956, die See war am zufrieren, waren einige Jungen aus dem dem Dorf Lohme auf dem Eis. Wie so oft an der Küste, wechselten auch an diesem Tag schnell die Wetterverhältnisse. Aufkommender Sturm ließ das Eis brechen, und drei Jungen konnten sich auf den Schwanenstein retten. Der Sturm wurde zum Orkan, eine fieberhafte Rettungsaktion begann. Fischer, Grenzsoldaten, ein Kutter des Fischkombinates Sassnitz und sogar ein Hubschauber aus Berlin sollten zum Einsatz kommen. Aber alle diese Rettungsversuche wurden durch die heranstürzende See und dem Sturm zunichte gemacht. Rettungstruppen von außerhalb, in Prora lief ein mit Panzern bestückter Pionierzug aus, blieben in den meterhohen Schneewehen stecken. Das Drama nahm ein trauriges Ende. Am Morgen des 14. Februar 1956, die See war spiegelblank, es war windstill und die Sonne schien, wurden die drei Jungen: Helmut Petersen, Uwe Wassilowsky, Manfred Prewitz vom Schwanenstein als Eisblock geborgen. Die Beerdigung fand auf dem Friedhof Nipmerow statt. Auf Initiative von Kindern des Kinderheimes Lohme wurde am 14. Februar 1995 das Grab mit einem Grabstein versehen.

Der Möwenstein befindet sich im Westteil der Insel Rügen und ist auch der einzige nennenswerte Findling in diesem Bereich. Die meisten Findlinge liegen im Nordosten und Südosten der Insel Rügen. Im Vogelschutzgebiet des Nationalparks "Vorpommersche Boddenlandschaft", liegt dieser ursprünglich von der Insel Bornholm stammende Granitbrocken  auf Rügens kleiner Schwesterinsel der Insel Ummanz.

Direkt am Deich bei Tankow, unweit der Aussichtsplattform für die Vogelbeobachtung, ist dieses aus mehreren Teile bestehend Geschiebe nicht leicht zu finden. Auf der Findlingsoberfläche sind einige Bohrlöcher angebracht, des weiteren liegen größere Bruchstücke direkt neben dem Stein, welcher auch einige Klüfte aufweist. Es ist anzunehmen, dass versucht wurde  Baumaterial durch Sprengung zu gewinnen. Warum es nun dazu letztendlich nicht kam ist unbekannt. Eine Frost-verwitterung, wie z.B. durch das Ausdehnen des gefrierenden Wasser während der Wintermonate in den Bohrlöchern wird zukünftig die Verwitterung schneller vorantreiben.

 

 

 

 
 

 

 
 

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